
Ausbilden und Lehren
Wer andere qualifiziert, braucht selbst Input.
Ein Ausbilder bekommt die AEVO — Stunden, Prüfung, fertig. Danach bildet er zwanzig Jahre lang aus und bekommt nie wieder etwas dazu. Kein Feedback, keine Auffrischung, keinen Ort, an dem er fragen kann, was er mit einer Auszubildenden macht, die dreimal hintereinander zu spät kommt.
Dasselbe gilt für Ausbildungsbeauftragte in den Fachabteilungen — die Menschen, bei denen die Auszubildenden tatsächlich die meiste Zeit verbringen. Die haben oft gar keine Ausbildereignung, sondern wurden gefragt, ob sie das mitmachen. Und für Praxisanleitende in der Pflege, für Meister, die Lehrlinge übernehmen, für Fachkräfte, die Einarbeitung machen.
Zwischen der Erstqualifizierung und gar nichts gibt es in der Region kein Angebot. Genau da setze ich an.
Für wen
- Ausbilderinnen und Ausbilder mit AEVO — qualifiziert, aber seit Jahren ohne Input
- Ausbildungsbeauftragte in den Fachabteilungen — tragen den Alltag, ohne formale Qualifikation
- Praxisanleitende in Pflege und Gesundheitswesen
- Meister und Fachkräfte, die einarbeiten — oft der wichtigste Lernort im Betrieb
- Lehrende und Trainerinnen, die vor Gruppen stehen und es nie gelernt haben
Woran ich das festmache
Ich bin seit 2011 als Trainerin in der Organisations- und Personalentwicklung unterwegs, habe die Ausbildereignung nach AEVO und bin Agile Lerncoachin. Der für dieses Thema entscheidende Punkt ist aber ein anderer: Ich bin Prüferin im Prüfungsausschuss der IHK. Ich sehe jedes Jahr, woran Prüflinge scheitern — und woran es im Betrieb gelegen hat.
Woran es im Alltag hakt
Es sind selten die großen Themen. Es sind diese:
- Wie sage ich einem jungen Menschen, dass etwas nicht gut war, ohne ihn zu verlieren?
- Wie erkläre ich etwas, das ich seit zwanzig Jahren im Schlaf kann?
- Wie gehe ich mit Handy, Motivation und Schweigen um, ohne zum Erziehungsberechtigten zu werden?
- Wo hört meine Zuständigkeit auf und wo fängt die der Eltern, der Berufsschule, der Personalabteilung an?
- Wie ziehe ich Grenzen, ohne die Beziehung zu zerstören?
- Was mache ich, wenn jemand offensichtlich nicht am richtigen Platz ist?
Wie ich arbeite
Kein Frontalunterricht über Lerntheorien. Die Formate sind bewusst klein und praktisch:
- Werkstattreihen über mehrere Termine — mit echten Fällen aus dem eigenen Betrieb
- Kollegiale Fallberatung für Ausbildende mehrerer Betriebe — dort lernt man am meisten
- Einzelbegleitung für Ausbildungsverantwortliche, die neu in der Rolle sind
- Auffrischung Handwerkszeug — Anleiten, Feedback, Beurteilung, Gesprächsführung, Prüfungsvorbereitung
Und die Auszubildenden selbst
Berufsorientierung endet in den meisten Betrieben mit dem unterschriebenen Vertrag. Dabei fängt die eigentliche Orientierung dann erst an: Passt das? Was kommt nach der Ausbildung? Was will ich eigentlich?
Für Auszubildende biete ich deshalb eigene Formate an — zur Orientierung im Beruf, zur Vorbereitung auf die Prüfung und für die Frage, was danach kommt. Betriebe, die das anbieten, verlieren weniger Menschen nach dem zweiten Lehrjahr.
Warum sich das rechnet
Ein abgebrochenes Ausbildungsverhältnis kostet einen Betrieb ein Vielfaches dessen, was Begleitung kostet — an Zeit, an Wissen, an Ruf in einer Region, in der man sich kennt. Und die häufigste Abbruchursache ist nicht mangelnde Eignung. Es ist die Beziehung zur ausbildenden Person.
Nächster Schritt: Erzählen Sie mir, wie Ausbildung bei Ihnen organisiert ist und wo es klemmt. Ich sage Ihnen, ob sich ein eigenes Format lohnt oder ob eine einzelne Fallberatung reicht.
